Ideen-Tipps-Trends

Diskussionen ĂŒber Unternehmenskultur verlaufen oft nebulös. Es gibt auf diesem Feld zu wenig „ZDF“: Zahlen – Daten – Fakten. Deshalb werden viele Worte gemacht, denen zu wenige konkrete Taten folgen.

KĂŒrzlich berichtete mir eine junge Dame ganz stolz, dass sie jetzt auch Change Management anbietet. Auf mein interessiertes Nachfragen stellte sich heraus, dass sie Menschen bei der VerĂ€nderung ihrer ErnĂ€hrungsgewohnheiten hilft. Das ist ja nun sicher sehr ehrenwert und vermutlich hilft es den Betroffenen, aber mit Change Management hat es in etwa so viel zu tun, wie ein Trittroller mit einem S-Klasse-Mercedes.

Ich habe das Thema mit der jungen Dame nicht weiter vertieft, denn ich wollte ihren Enthusiasmus, getragen von einer großen Portion Sendungsbewusstsein, nicht bremsen. Trotzdem geht mir die Geschichte nicht aus dem Kopf, weil sie symptomatisch ist fĂŒr das, was seit einigen Jahren, und besonders in der letzten Zeit, mit dem Begriff Change Management passiert. Er wird derartig inflationĂ€r benutzt, dass er sich in der öffentlichen Wahrnehmung immer mehr von seinem eigentlichen Inhalt entfernt und völlig verflacht. Jeder macht damit, was er will, missbraucht ihn mitunter sogar.

Endlich ist unsere Studie zur VerĂ€nderungsfĂ€higkeit von Unternehmen in Deutschland fertig geworden (http://www.humanagement.de/news-wissen/fachpublikationen). Als wir sie im 2. Halbjahr 2013 gestartet haben, ging es uns zunĂ€chst nur um die Fortsetzung der im Jahre 2011 begonnenen Untersuchungen. Wir merkten allerdings sehr schnell, dass wir mit der weiterentwickelten Methodik des Change-o-Meters 2.0 eine weitere große Chance hatten: Den Nachweis einer aussagefĂ€higen Kennziffer fĂŒr die VerĂ€nderungsfĂ€higkeit von Organisationen.

Sicher haben Sie das auch schon erlebt. Zehn Menschen sitzen in einem Raum, vorn steht einer. Dann erscheint an der weißen Wand die erste Seite der PowerPoint-PrĂ€sentation und – ein Pawlow‘scher Reflex – die Buchstaben verschwimmen vor den Augen der zehn, die Worte verschmelzen zu einem gleichmĂ€ĂŸigen Rauschen. Einer redet, verliest die Fakten an der Wand, und zehn sind in Trance, schauen mit offenen, aber leeren Augen und lassen den Strom der Informationen an sich vorbei ziehen. Am Schluss hebt der Redner die Stimme und verkĂŒndet, was als NĂ€chstes gemacht werden muss. Das hören alle, aber keinen ergreift es. So oder so Ă€hnlich lĂ€uft Kommunikation in vielen FĂ€llen – wir nennen das Einbahnstraßen-Kommunikation. Sie ist der Grund dafĂŒr, dass nicht nur Informationen nicht ankommen, sondern dass sich die Begeisterung der Mitarbeiter fĂŒr Projekte, fĂŒr ihre Aufgaben und die besonderen Herausforderungen in Grenzen hĂ€lt.

Dr. Stefan Fourier in Ideen-Tipps-Trends

Anfang Mai hatte ich Gelegenheit, mit einer Delegation des niedersĂ€chsischen MinisterprĂ€sidenten die TĂŒrkei zu besuchen. Stationen waren Ankara, Konya und Istanbul. FĂŒr mich war diese Reise – wie auch Ă€hnliche Delegationsreisen in andere LĂ€nder zuvor – eine Gelegenheit, die Auswirkungen unterschiedlicher Kulturen auf Unternehmen, auf die Art, sie zu organisieren und darin zusammen zu arbeiten, sowie auf den Umgang mit VerĂ€nderungsdruck und Wandel zu studieren. DafĂŒr bietet die TĂŒrkei ausreichend Stoff.

Dr. Stefan Fourier in Ideen-Tipps-Trends

Industrie 4.0 – eins der neuen Zauberwörter. Auf der Hannover Messe stand das Thema im Mittelpunkt und ich habe diese Gelegenheit genutzt, meinen Überblick ĂŒber das Gebiet zu aktualisieren. Wegen des großen allgemeinen Interesses an Industrie 4.0 möchte ich meine Leser auf drei wichtige Punkte hinweisen und ansonsten empfehlen, sich informiert zu halten, z.B. ĂŒber http://www.mittelstand-digital.de/, http://www.bitkom.org/de/themen/35981.aspx und http://www.plattform-i40.de/

Dr. Stefan Fourier in Ideen-Tipps-Trends

Besprechungen beginnen und enden pĂŒnktlich!
Besprechungsteilnehmer kommen pĂŒnktlich und sind vorbereitet!
Es wird kurz und prÀzise argumentiert und nur ein Teilnehmer spricht!
Alle Besprechungen haben klare Ziele!
Keine Handys!

Solcherart Regeln und Appelle hĂ€ngen in vielen Unternehmen in den MeetingrĂ€umen. Trotzdem nehmen die Klagen ĂŒber zu viele, zu lange und zu wenig effektive Meetings stĂ€ndig zu. Einen Großteil ihrer Arbeitszeit verbringen Manager und Mitarbeiter aller Ebenen in Meetings. Sie haben das GefĂŒhl, kaum noch zu ihrer eigentlichen Arbeit zu kommen. In manchen FĂ€llen fĂŒhrt das inzwischen schon dazu, dass in den Meetings die Benutzung von Laptops und Smartphones fĂŒr die Bearbeitung von Emails – wenn man gerade nicht in die Diskussion eingebunden ist – erlaubt wird, um die Zeit „sinnvoll“ zu nutzen. Skurril!

Liebe Leser und Leserinnen meines Infobriefes,

die grĂ¶ĂŸte Herausforderung fĂŒr eine FĂŒhrungskraft ist es, wenn sie sich nicht auf einen offiziell legitimierten FĂŒhrungsanspruch, zum Beispiel ein Weisungsrecht oder Disziplinarvollmacht, berufen kann. Dann muss sie ausschließlich als Person wirken, ĂŒberzeugen, gewinnen, auch mal Druck machen. Und das wird umso schwieriger, je niedriger sie in der Hierarchie angesiedelt ist. WĂ€hrend ein Vice President ihm nicht Unterstellte noch mit einiger Leichtigkeit beeinflussen kann, kann das fĂŒr den Shopfloormanager oder fĂŒr einen Projektleiter im Betrieb extrem schwierig werden. Und genau mit diesem Klientel beschĂ€ftigt sich Humanagement bei TeamManagerSupport, einem Programm, welches seit einigen Monaten extrem erfolgreich lĂ€uft. Ulrike Jasper berichtet im nachfolgenden Gastbeitrag ĂŒber einige ihrer Erfahrungen. Es lohnt sich zu lesen.

Von dem Projekt hing wirklich viel ab. Dem gesamten Vorstand war klar, dass eine Verschiebung des Termins der ProdukteinfĂŒhrung pro Monat mehr als 5 Millionen kosten wĂŒrde. Und wenn er die verschiedenen Berichte und PrĂ€sentationen der Verantwortlichen im Steering Committee verglich, dann musste er mit einer Abweichung zum ursprĂŒnglichen Plan von mindestens zwei Monaten rechnen. Sicher war das aber nicht, denn die RĂŒckmeldungen aus dem Projekt flossen zĂ€h und nur auf direkte Nachfrage und waren teilweise widersprĂŒchlich. Der Projektleiter seinerseits war um Optimismus bemĂŒht, obwohl er bei jeder Gelegenheit ĂŒber fehlende Ressourcen klagte. Trotzdem stellte er gegenĂŒber dem Vorstand den Endtermin nie in Frage. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!

Schneider zog sacht die HaustĂŒr hinter sich zu. Er sog die kalte Schneeluft ein und blinzelte gegen das Licht der Straßenlaterne in den leichten Flockenfall. WĂŒrde ein schöner Abendspaziergang werden. Er machte das seit einigen Jahren immer am zweiten Weihnachtstag. Die klare Luft und die Ruhe ließen die Gedanken zurĂŒckgleiten ins vergangene Jahr. Zum Jahresanfang hatte er den Vorstandsvorsitz ĂŒbernommen. Und dann waren ereignisreiche Monate gekommen. Obwohl die Branche unter den Auswirkungen der aktuellen Krise litt, ja sogar die ganze Wirtschaft in Nöten war, konnten sie expandieren. Das GeschĂ€ft in Asien weitete sich aus, selbst im US-Markt und in Europa konnten sie dank ihres neuen GeschĂ€ftsmodells zulegen. Durch den Zusammenbruch zweier Wettbewerber entstanden betrĂ€chtliche FreirĂ€ume, in die sie beherzt hineinstießen. Was war das fĂŒr ein Erfolg in seinem ersten Jahr. Sie verdienten klotzig Geld, ĂŒbernahmen erstklassiges Personal von den unglĂŒcklicheren Wettbewerbern und gewannen neue Kunden. Die Presse jubelte, Neider nannten sie „Krisengewinnler“.

TMS – TeamManagerSupport – ist ein Produkt, das wir Mitte des Jahres auf den Markt gebracht haben, um die unteren FĂŒhrungsebenen in Unternehmen zu unterstĂŒtzen. Besonders wenn die Wirtschaft boomt und die Unternehmen unter hohem operativen Druck stehen, ist diese FĂŒhrungs-ebene besonders wichtig, aber auch besonders gefordert

Dr. Stefan Fourier in Ideen-Tipps-Trends

Vor einigen Wochen hatte ich Gelegenheit, mit einer Delegation des niedersĂ€chsischen Wirtschaftsministers die wirtschaftlich hochinteressante Gegend um Kopenhagen und Malmö zu bereisen. Etwa zeitgleich kam der World Happiness Report der UN heraus, der die DĂ€nen als die glĂŒcklichsten Menschen der Welt ausweist. Deutschland findet sich auf dieser Rangliste, die Daten vom Arbeitsmarkt, aus den Sozialsystemen und diverse Befragungsergebnisse berĂŒcksichtigt, auf Platz 26. Die DĂ€nen schĂ€tzen ihre gut organisierte Gesellschaft, die demokratischen Strukturen und das hohe Maß an Toleranz in ihrem Land. Sie sind gesellig, haben ein ausgeprĂ€gtes Vereinsleben und zahlen extrem viel Steuern.

Heute kann ich meinen monatlichen Infobrief kurz halten, denn die Inhalte fĂŒr den Monat September haben wir auf Video aufgenommen. Wenn Sie diesem Link http://tinyurl.com/ooquotr folgen, erfahren Sie alles Wissenswerte. Außerdem können Sie ein wirklich gut gemachtes Video genießen.

Dr. Stefan Fourier in Ideen-Tipps-Trends

Es gibt ein paar richtig gute und interessante Neuigkeiten aus dem Hause Humanagement, die ich Ihnen als langjĂ€hrige Leser meines Infoservices nicht vorenthalten möchte. Darunter sind nicht nur einige neue Produkte, sondern auch Ergebnisse intensiver Forschungsarbeit, die einige von uns im Rahmen sogenannter HIPs (Humanagement InnovationsProjekte) im zurĂŒckliegenden Jahr geleistet haben. Diese HIPs sind ein wesentlicher Arbeitsbereich der Humanagement Change Academy und standen im Mittelpunkt des Humanagement Professionals Camps, das Ende Juli fĂŒr eine Woche knapp zwanzig von uns in der LĂŒneburger Heide zusammengefĂŒhrt hatte. In den nĂ€chsten Humanagement News werden wir sehr anschaulich ĂŒber dieses Camp berichten, mit Bildern, Erlebnisberichten und allem was dazu gehört.

Allein in den Jahren 1993 und 1994 wurden in Deutschland nach einer Studie der Personalconsulting-Firma Apec ĂŒber 30.000 Managerstellen abgebaut. Dabei handelte es sich ĂŒberwiegend um Vertreter des Mittelmanagements, welches eine wichtige Rolle bei der FĂŒhrung der unmittelbaren Arbeitsprozesse zu erfĂŒllen hat. Die Sinnhaftigkeit dieses Kahlschlags durfte man getrost anzweifeln, trotzdem wurde er unter dem Diktat von falsch verstandenem Lean Management durchgezogen. Inzwischen beklagt man vielerorts den Mangel an qualifiziertem und wirkungsvollem Shopfloor Management, vor allem auch vor dem Hintergrund demografisch bestimmten Ausscheidens vieler ErfahrungstrĂ€ger ins Rentnerdasein.

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