Humanagement Blog

Innovationen entscheiden den Wettbewerb. Das ist eine Binsenweisheit, die den Nagel auf den Kopf trifft. Das gleiche kann man natĂŒrlich auch von den Kosten sagen. Oder von der LieferzuverlĂ€ssigkeit, von der QualitĂ€t und vom Service. Aber bereits ein kurzer Blick auf die Situation in den globalen MĂ€rkten macht deutlich, dass Kosten, QualitĂ€t und Service kaum noch Unterscheidungspotenzial besitzen. Wer dort nicht mitkommt, hat sowieso schon verloren, ist in den letzten Jahren vom Markt verschwunden oder kĂ€mpft ums Überleben. Alle heute noch ernst zu nehmenden Marktteilnehmer weisen in diesen Kategorien kaum noch Unterschiede auf. Sie alle sind bei QualitĂ€t, Kosten und Service so gut, wie es nun mal erforderlich ist. Das gilt fĂŒr die Automobilhersteller genauso wie fĂŒr die Pharmaindustrie.

Meine Mitarbeiter und ich wurden einmal von einem hessischen Pharmaunternehmen um UnterstĂŒtzung gebeten, weil es dort QualitĂ€tsprobleme gab. Das Topmanagement hatte den Eindruck, dass sich die einzelnen Mitarbeiter einfach nicht genug fĂŒr das Thema QualitĂ€t interessierten. Zwar erfĂŒllten die Mitarbeiter alle einschlĂ€gigen Normen und lieferten tadellose Dokumentationen zu den ProduktionsablĂ€ufen, aber es schien ihnen dennoch an echtem QualitĂ€tsbewusstsein zu fehlen. Hier schlummerten einige Potenziale, denn Prozesssicherheit und ProzessqualitĂ€t sind schließlich unmittelbar kostenwirksam. Wer gleich beim ersten Mal die richtige Wirkstoffmischung trifft, vermeidet Materialverlust und spart Nacharbeiten.

Dr. Stefan Fourier in Ideen-Tipps-Trends

Die gĂ€ngige Vorstellung von Industrialisierung ist an das sogenannte Sektorenmodell von Jean FourastiĂ© geknĂŒpft. Im primĂ€ren Sektor dominieren Landwirtschaft und Rohstoffgewinnung, im sekundĂ€ren die Produktion von GĂŒtern (Industrie), im tertiĂ€ren die Dienstleistungen, im quartĂ€ren dann die Freizeitwirtschaft und im quintĂ€ren die Abfallwirtschaft. Es gibt aber noch eine andere Sicht, in deren Mittelpunkt das wertschöpfende Merkmal der Industrieproduktion steht, nĂ€mlich die Standardisierung und Automatisierung von Prozessen zum Zwecke der Effizienzerhöhung. Darunter fĂ€llt alles, was wir mit Begriffen wie Rationalisierung, Arbeitsteilung, Wachstum, Globalisierung, Hierarchie, Kapitalkonzentration und so weiter verbinden. Industrialisierung ist nach dieser Betrachtung eine besondere Art und Weise, Prozesse der Wertschöpfung durchzufĂŒhren.

Ein ziemliches Reizthema. Politiker profilieren sich damit. Die Medien heizen es immer wieder an. Sogar die GesetzeshĂŒter werden damit betraut. Was ist die beste Lösung? Was ist angemessen? Was findet gesellschaftlichen Konsens?

Um Kosten zu senken mĂŒssen Prozesse effizienter werden. Dazu wird seit Jahren analysiert und rationalisiert. Aus den Produktionsprozessen kann zwar immer noch etwas herausgepresst werden. Aber das ist nicht genug - es muss mehr eingespart werden.
Die grĂ¶ĂŸten Prozess-Reserven liegen außerhalb der Produktion, in Verwaltung, Marketing, Forschung und Entwicklung. Dort wird sich zukĂŒnftig der Effizienzwettbewerb entscheiden. Aber an diese enormen Reserven kommt man nicht so leicht heran! Die Lösung kann nur in intelligent und wirkungsvoll gestalteten Meta-Prozessen liegen.

Dr. Stefan Fourier in Ideen-Tipps-Trends

Wahlen sind das Merkmal einer Demokratie. Hier entscheidet der SouverĂ€n, nĂ€mlich das Volk, darĂŒber, wer in den nĂ€chsten Jahren regiert und die Geschicke des Landes bestimmt. Einer Wahl voraus geht ein Wahlkampf. Der Wahlkampf der Bundestagswahl 2009 fand seinen (vorlĂ€ufigen?) Höhepunkt im Kandidatenduell am vergangenen Sonntag. Fast ganz Deutschland wartete darauf, dass sich Merkel und Steinmeier gegenĂŒbertreten und mit der Kraft ihrer Argumente uns allen ihre unterschiedlichen Positionen ĂŒber die Zukunftssicherung Deutschlands klarmachen und die Entscheidung ĂŒber das Kreuz am Wahlsonntag ermöglichen wĂŒrden. Aber durch das Duell wurde es noch schwieriger, vielleicht sogar unmöglich, eine vernĂŒnftige Wahlhandlung vorzunehmen.

Dr. Stefan Fourier in SPOT News

Es gibt normale Projekte und es gibt solche, die echte SanierungsfĂ€lle sind. Sie kommen aus den unterschiedlichsten GrĂŒnden in diese Schieflage. Meist sind es Ressourcenprobleme, manchmal kommt die Arbeit anfangs nicht richtig in Gang und diese RĂŒckstĂ€nde potenzieren sich, mitunter fĂŒhrt die Schwierigkeit der Aufgabe zu RĂŒckstĂ€nden. Extrem wichtig sind sie in jedem Falle fĂŒr das betreffende Unternehmen. Und wenn dann ihr Scheitern droht, sind die ĂŒblichen Instrumente des Projektmanagements nicht ausreichend, um die Wende herbeizufĂŒhren. Und doch kann man diese Projekte retten!

Dr. Stefan Fourier in SPOT News

In Krisenzeiten verschwinden einige Firmen vom Markt. Meist deshalb, weil sie auf die Krise nicht ausreichend vorbereitet waren. Jetzt, mitten in der Krise, sagen einige, dass sie einfach nur abwarten mĂŒssen, um nach der Krise dann dort weiter zu machen, wo sie vorher aufgehört haben. Von denen werden auch noch einige verschwinden, in der Krise, nach der Krise oder bei der nĂ€chsten.
All diese Firmen finden leicht einen Schuldigen an ihrer Misere: Die Krise! Nur sie selbst haben alles richtig gemacht.
Es gibt aber auch Unternehmen, die das anders sehen. Sie ĂŒberleben diese und auch alle noch kommenden Krisen. Und nicht nur, weil sie GlĂŒck haben.

Dr. Stefan Fourier in Ideen-Tipps-Trends

AnlĂ€sslich eines Vortrags, den ich vor hessischen Unternehmern zum Thema Change Excellence gehalten habe, gab es in der Pause ein interessantes GesprĂ€ch mit dem GeschĂ€ftsfĂŒhrer eines mittelstĂ€ndischen Autozulieferers. Er fand die von mir vertretenen Thesen allesamt interessant und nĂŒtzlich, meinte dann jedoch, dass er mit seinem Unternehmen in einer Situation steckt, in der ihm dies alles nichts nĂŒtzt. Er habe nĂ€mlich keine AuftrĂ€ge mehr und somit kein Geld. Also könne er nichts tun, um neue Prozesse, alternative Produkte und neue Marktchancen zu entwickeln. Er mĂŒsse jetzt einfach mal abwarten, bis die Krise vorbei ist. Das heißt Kurzarbeit, auch Entlassungen und Bettelei bei der Bank und bei GlĂ€ubigern. Danach, so meinte er mit mĂŒder Hoffnung in der Stimme, danach könne es wieder losgehen. Ich fragte ihn, was er sich denn so vorstelle beim „Danach“, ob er da etwas anders machen will. Genau an dieser Stelle wich er aus. Es könne ja nicht ewig so weitergehen, irgendwann mĂŒsse der Automarkt ja wieder anspringen und so weiter.

Der Erfolg eines Projektes hÀngt von den Mitarbeitern ab, die darin die Arbeit erledigen. Und zwar die konkrete Arbeit! Die Inhalte sind anspruchsvoll, der Zeitdruck steigt, das Arbeiten in virtuellen Teams stellt eine zusÀtzliche Herausforderung dar. Es geht um zuverlÀssige Organisation, qualifizierte Weiterleitung von Informationen, Kontrolle von Terminen und vieles mehr.
Hier sind gute Projektassistenten gefragt, aber die sind selten. Sie entstehen hÀufig eher zufÀllig durch langjÀhrige Mitarbeit. Unternehmen, die eine gezielte Ausbildung der Projektassistenten vornehmen, haben deutlich höhere Projektleistungen.

Was ist das eigentlich? Der Begriff kommt immer mehr in aller Munde, und wie das dann hÀufig so ist, seine Bedeutung shiftet.

Dr. Stefan Fourier in Ideen-Tipps-Trends

Im Herbst letzten Jahres sprach mich der GeschĂ€ftsfĂŒhrer eines mittelstĂ€ndischen Unternehmens an, einmal einen Blick auf die Organisation eines Projekts zu werfen, das eben gestartet war. Es handelte sich um eine Produktionserweiterung mit Baumaßnahmen, dem Aufbau neuer Anlagen sowie deren Test und Inbetriebnahme nach vorgegebenen Prozeduren mit exakter NachweisfĂŒhrung. Dazu kamen noch die parallele Neuentwicklung von zwei Produkten, deren Umsetzung in den großtechnischen Maßstab bis zur Produktionsaufnahme auf den neuen Anlagen mit allem was dazu gehört, von der RohstoffprĂŒfung bis zum Aufbau des QualitĂ€tssicherungssystems. Also ein ziemlich komplexes Unterfangen, abhĂ€ngig von zahlreichen Lieferanten und von großer Bedeutung fĂŒr das Unternehmen.

Dr. Stefan Fourier in SPOT News

Schlechte Zeiten fĂŒr Organisationsentwicklung? Viele Unternehmen mĂŒssen jetzt Personal abbauen. Das lĂ€uft nicht immer besonders kalkuliert - geschweige denn strategisch - sondern Ă€hnelt eher einer Panikattacke. Bei manchen regiert das Gießkannenprinzip, bei anderen der Sozialplan. Oft trennt man sich von Mitarbeitern und Unternehmensbereichen, die man kurze Zeit spĂ€ter dringend wieder braucht, aber nicht mehr bekommt oder teuer bezahlen muss. Wir meinen: Personalabbau ist eine Chance fĂŒr das Unternehmen. Personalabbau stĂ€rkt die Prozesse und katalysiert Innovationsvorteile.
Sie glauben, das geht nicht?
Wir sagen: Es geht doch!

Synergien, Skaleneffekte, Verbundvorteile, zentrale Einkaufsmacht, Marktbeherrschung, Globalisierung, Kapitalkraft 
 das alles sind Schlagworte, die wir im Zusammenhang mit Fusionen und Firmen-ĂŒbernahmen immer wieder hören. In manchen FĂ€llen tritt das auch tatsĂ€chlich ein, in manch anderen bleibt es bei der bloßen VerkĂŒndung.

Aber sind das die wirklichen Vorteile von Unternehmenszusammen-schlĂŒssen? Geht es tatsĂ€chlich nur um diese betriebswirtschaftlichen Effekte? Da muss doch noch mehr drin sein!

Die Keimzelle der Innovation ist die Idee. Über den Wert und die Bedeutung von Ideen gibt es in den meisten Unternehmen ein Bewusstsein, daher gibt es hĂ€ufig ein betriebliches Vorschlagswesen. Oder ist es ein „Unwesen“? Wie ist etwa zu erklĂ€ren, dass aus einer Belegschaft von mehr als 500 Mitarbeitern maximal 50 VorschlĂ€ge pro Jahr hervorgehen, von denen dann weniger als die HĂ€lfte umgesetzt werden? BĂŒrokratisches Regelwerk erzeugt selbstgemachte Hemmnisse und fĂŒhrt dazu, dass in vielen FĂ€llen der administrative Aufwand
höher ist als der Nutzen aus den wenigen tatsĂ€chlich realisierten VorschlĂ€gen. Die „VorschlagsbĂŒrokratie“ fĂŒhrt zum Ideenstopp bei den Mitarbeitern. Aber sie hat simple Ursachen.

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