Ideen-Tipps-Trends

Ein ziemliches Reizthema. Politiker profilieren sich damit. Die Medien heizen es immer wieder an. Sogar die Gesetzeshüter werden damit betraut. Was ist die beste Lösung? Was ist angemessen? Was findet gesellschaftlichen Konsens?

Dr. Stefan Fourier in Ideen-Tipps-Trends

Wahlen sind das Merkmal einer Demokratie. Hier entscheidet der Souverän, nämlich das Volk, darüber, wer in den nächsten Jahren regiert und die Geschicke des Landes bestimmt. Einer Wahl voraus geht ein Wahlkampf. Der Wahlkampf der Bundestagswahl 2009 fand seinen (vorläufigen?) Höhepunkt im Kandidatenduell am vergangenen Sonntag. Fast ganz Deutschland wartete darauf, dass sich Merkel und Steinmeier gegenübertreten und mit der Kraft ihrer Argumente uns allen ihre unterschiedlichen Positionen über die Zukunftssicherung Deutschlands klarmachen und die Entscheidung über das Kreuz am Wahlsonntag ermöglichen würden. Aber durch das Duell wurde es noch schwieriger, vielleicht sogar unmöglich, eine vernünftige Wahlhandlung vorzunehmen.

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Anlässlich eines Vortrags, den ich vor hessischen Unternehmern zum Thema Change Excellence gehalten habe, gab es in der Pause ein interessantes Gespräch mit dem Geschäftsführer eines mittelständischen Autozulieferers. Er fand die von mir vertretenen Thesen allesamt interessant und nützlich, meinte dann jedoch, dass er mit seinem Unternehmen in einer Situation steckt, in der ihm dies alles nichts nützt. Er habe nämlich keine Aufträge mehr und somit kein Geld. Also könne er nichts tun, um neue Prozesse, alternative Produkte und neue Marktchancen zu entwickeln. Er müsse jetzt einfach mal abwarten, bis die Krise vorbei ist. Das heißt Kurzarbeit, auch Entlassungen und Bettelei bei der Bank und bei Gläubigern. Danach, so meinte er mit müder Hoffnung in der Stimme, danach könne es wieder losgehen. Ich fragte ihn, was er sich denn so vorstelle beim „Danach“, ob er da etwas anders machen will. Genau an dieser Stelle wich er aus. Es könne ja nicht ewig so weitergehen, irgendwann müsse der Automarkt ja wieder anspringen und so weiter.

Was ist das eigentlich? Der Begriff kommt immer mehr in aller Munde, und wie das dann häufig so ist, seine Bedeutung shiftet.

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Im Herbst letzten Jahres sprach mich der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens an, einmal einen Blick auf die Organisation eines Projekts zu werfen, das eben gestartet war. Es handelte sich um eine Produktionserweiterung mit Baumaßnahmen, dem Aufbau neuer Anlagen sowie deren Test und Inbetriebnahme nach vorgegebenen Prozeduren mit exakter Nachweisführung. Dazu kamen noch die parallele Neuentwicklung von zwei Produkten, deren Umsetzung in den großtechnischen Maßstab bis zur Produktionsaufnahme auf den neuen Anlagen mit allem was dazu gehört, von der Rohstoffprüfung bis zum Aufbau des Qualitätssicherungssystems. Also ein ziemlich komplexes Unterfangen, abhängig von zahlreichen Lieferanten und von großer Bedeutung für das Unternehmen.

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In vielen Unternehmen wird aktuell über Kurzarbeit und Entlassungen nachgedacht. Unter dem Druck der Bedingungen geht daran in den meisten Fällen kein Weg vorbei. Eine ganze Reihe von Firmenleitungen musste bereits handeln. Niemandem fällt das leicht. Neben den Problemen für die von Entlassungen betroffenen Menschen sind derartige Einschnitte auch immer Rückschläge in der Unternehmensentwicklung. Und das schmerzt jeden Unternehmer und jeden verantwortungsbewussten Topmanager. Der Satz „Krisen sind Chancen“ erscheint nämlich, wenn Schrumpfungs-Szenarien tatsächlich näherrücken, den Betroffenen lediglich als Pfeifen im Wald. In Wirklichkeit herrscht verbreitete Ratlosigkeit. Es keimt bei vielen Verantwortlichen die Vermutung auf, dass alles, was bisher geholfen hat, jetzt nicht mehr funktionieren wird.

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Zum vierten Mal in Folge konnte das Unternehmen seinen Umsatz zweistellig steigern. Wir sind darauf sehr stolz, zumal es diesmal sogar knapp 30 % waren.

Diese Leistung zeigt, dass der eingeschlagene Weg richtig war, aus dem Einzelunternehmen eine Gruppe gleichberechtigter Partner zu formen. Diese Dezentralisierung verteilt die unternehmerischen Aktivitäten auf mehrere Schultern und führt zu einem besonderen Engagement aller Beteiligten am Markt.

Humanagement erbringt Leistungen in einer Reihe konkreter Bereiche. Dabei entsteht unmittelbarer Nutzen, der die verschiedenen Projekte für die Kunden wirtschaftlich lukrativ macht. Die wesentlich größere und langfristig wertvolle Wirkung entsteht jedoch auf einer übergeordneten Ebene:

Kürzlich erzählte mir ein Freund, was ihm bei einem Spaziergang mit seiner Frau widerfahren ist. Sie beobachteten eine junge Mutter, die außer sich vor Wut auf ihr Kind einschrie und an ihm rumzerrte. Mein Freund war von dem Anblick ziemlich aufgewühlt, zumal die Beobachtete außerdem auch noch sehr unappetitlich aussah, schmutzig, fett und in unsauberer Kleidung. Auch das Kind machte einen verwahrlosten Eindruck. Er erzählte mir, dass in ihm Empörung aufstieg und er sich gerade heftig einmischen wollte, als ihn seine Frau beim Arm nahm und sagte „Siehst du nicht, wie überfordert sie ist!“.

Die Olympischen Spiele haben in mir einen schrecklichen Verdacht aufkommen lassen. Es begann schon mit den vorolympischen Berichterstattungen in den deutschen Medien und setzte sich bei den Übertragungen aus Peking besorgniserregend fort. Es ist der Verdacht, dass unsere freiheitlichen Medien, unsere unabhängigen Journalisten überhaupt nicht so frei und unabhängig sind, wie wir alle und sie selbst es glauben.

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Vor einigen Jahren habe ich in einem Aufsatz fĂĽr eine Managementzeitschrift ein Paradoxon gebraucht:

Netzwerke organisiert man, indem man sie nicht organisiert.

Wörtlich genommen stimmt das natürlich nicht. Es ist im Gegenteil schon eine ganze Menge an organisatorischer Arbeit nötig, um Netzwerke erfolgreich zu machen. Da müssen Mitgliedsdaten verwaltet, Interessenten mit Informationsmaterial versorgt, thematische Vorarbeit geleistet und Veranstaltungen organisiert werden. Selbstverständlich benötigt ein gutes Netzwerk auch eine Website, die erstellt und immer aktuell gepflegt werden muss. Das alles jedoch macht noch nicht einmal 10 % des Erfolgs eines Netzwerks aus.

Es gehört inzwischen zu den Binsenweisheiten:

Wissen ist der entscheidende Produktionsfaktor unserer Zeit.

Dabei geht es weniger um das universitäre Wissen oder um den letzten Stand von Wissenschaft und Technik. Das ist natürlich auch wichtig, aber im Alltag der Unternehmen geht es um weitaus Praktischeres. Wo stehen die technologischen Einzelheiten für ein Verfahren? Welche Versuchs-reihen wurden zu einem bestimmten Problem bereits gefahren? Was benötigt Kunde XY wirklich? Welche Erfahrungen wurden mit Lieferant ABC gemacht? Welches Know-how liegt für die Reparatur und Wartung dieser oder jener Anlage vor? Solche und ähnliche Fragen sind in den Unternehmen extrem produktivitätsrelevant! Und – jeder Praktiker weiß das – genau hier fehlen oft die nötigen Informationen und ein langes Suchen beginnt. Manchmal endet die Suche dann ergebnislos, um zwei Monate später festzustellen, dass die Informationen doch im Unternehmen vorlagen. Nur eben nicht an der Stelle, an der man sie gesucht hatte.

Dr. Stefan Fourier in Ideen-Tipps-Trends

Vor einigen Wochen saß ich eines Abends noch mit Freunden und Bekannten zusammen und die Diskussion drehte sich – wie häufiger in diesen Wochen – um das Thema Eliten. Es fielen die oft genannten Namen, von Ron Sommer über Peter Harz bis zu Herrn Zumwinkel und wie enttäuscht wir von denen waren usw. usw. Ein richtiges Lamento also über den allgegenwärtigen Verfall von Werten, Verantwortung, Moral und Ethik.

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Im Verlaufe von Projektbearbeitungen entstehen Situationen, in denen die Verantwortung für das Projekt wechselt. Dies kann situationsbedingt erfolgen, zum Beispiel wegen des Wechsels des Projektleiters. Bei anderen Projekten erfolgen derartige Wechsel planmäßig und gehören sozusagen zum Lebenszyklus des Projekts. Bei der Entwicklung neuer Produkte oder Verfahren und beim Aufbau von Fabrikanlagen sind solche Wechsel der Verantwortung (Handover) an der Tagesordnung. Das Bild zeigt dies schematisch; in jeder Branche gibt es im Detail spezielle Regeln und ein ganz spezifisches Wording.

Menschen sind permanent Veränderungen ausgesetzt. Das gilt privat wie im Berufsleben. Jeder geht damit unterschiedlich um, wirklich leicht fällt es niemandem. Anpassungsfähigkeit an ständig sich verändernde Bedingungen ist die Herausforderung schlechthin.

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