Motivation

Reisen bildet. Damit meine ich nicht nur das Sammeln von Informationen und Eindrücken von anderen Ländern und Kulturen, sondern vor allem deren Inbezugsetzung zum eigenen beruflichen (oder auch privaten) Alltag. Man könnte es auch Lernen nennen. Langjährige Leser meiner Infobriefe, White Paper und meines Blogs werden sich erinnern, dass ich bereits bei meinen Reisen in Sri Lanka einiges von dem dort Erlebten in meine Sicht auf die Business-Welt integrieren konnte.

Diesmal also Thailand. Ich bin auf eine mögliche Antwort darauf gestoßen, warum die Thais so einen überragenden Service machen. Und habe überlegt, was davon in unseren Unternehmen gut wäre.

Alle wissen es: Menschen erreicht man nur über „Geschichten“. Zahlen/Daten/Fakten sind wie furztrockenes Brot. Man würgt sie nur schwer hinunter. Aber wenn man sie anreichert, mit Bildern, Erlebnissen, schlimmen oder lustigen Begebenheiten – „Geschichten“ eben – dann gehen sie runter wie Öl und bleiben hängen.

Warum findet man dann in vielen Unternehmen einen Informationsalltag vor, der von Z/D/F dominiert wird? Warum wird immer wieder versucht, Menschen mit Z/D/F zu erreichen, zu motivieren, von der eigenen Firma, von Aufgaben, von Projekten zu begeistern? 

Die Antwort liegt ziemlich auf der Hand: Es ist nicht so einfach, gute Geschichten zu finden und sie fesselnd zu erzählen. Dazu heute ein paar Hinweise aus meiner langen Praxis als Geschichtensammler und Geschichtenschreiber.

Wie führt man richtig? Wie trifft man nicht nur die richtigen Entscheidungen, sondern entscheidet auch so, dass alle Beteiligten nicht nur mit der Entscheidung, sondern auch mit ihrer Entstehung zufrieden sind? Entscheidet man autoritär, kooperativ, partizipativ oder wie?

Die beste Antwort auf diese Fragen ist immer noch: Kommt darauf an! Das mutet zwar auf den ersten Blick an, als wolle man sich vor der Antwort drücken, trägt aber der Praxis viel mehr Rechnung, als lehrbuchmäßige und mainstream-korrekte Ausführungen. Nach meinen Erfahrungen – und denen vieler anderer – hat sich ein einfaches, pragmatisches Schema bewährt, sozusagen eine Anleitung zum Denken.

Wie findet man bei den vielen Menschen, die im Arbeitsprozess nicht intrinsisch motiviert sind, den Knopf, bei dessen Betätigung sie aus ihrer Routine, bisweilen aus ihrer Frustration, erwachen und Ideen und Initiative entwickeln. Realistischerweise muss man sagen, dass diese Fragestellung auf 60 bis 80 Prozent aller Beschäftigten zutrifft. In kleinen Unternehmen liegen wir dabei eher an der Untergrenze (manchmal tatsächlich sogar darunter), in Großunternehmen an der Obergrenze. Es betrifft also tatsächlich eine Vielzahl der Mitarbeiter, vor allem der unteren Hierarchieebenen und ist – positiv ausgedrückt – ein riesiges Potenzial.

Dr. Stefan Fourier in Ideen-Tipps-Trends

In den zurückliegenden Monaten habe ich über den WOLLEN-Modus geschrieben. Menschen in diesem Modus sind hochmotiviert, denn sie tun genau das, was sie wirklich tun wollen. Intrinsische Motivation, der Traum einer jeden Führungskraft. Irgendetwas will jeder, man muss nur herausfinden, was das ist. Dann weiß man, wofür diese Person brennt, was sie wirklich will.

Wie bekommt man mehr Menschen aus dem MÜSSEN-Modus in den WOLLEN-Modus? Mit dieser Frage endete mein letzter Blogeintrag. Heute dazu einige Gedanken.

Zunächst sollte man sich darüber klarwerden, was Menschen eigentlich wollen. Das ist nämlich ziemlich vielfältig. Führungskräfte neigen dazu, eigenes Wollen, die eigenen Ziele, Vorlieben und Interessen auch den Mitarbeitern zu unterstellen. „Ist doch klar, dass meine Leute Probleme lösen wollen, für die Firma durchs Feuer gehen, gerne arbeiten und voll motiviert sind. So wie ich selber eben.“

Das ist jedoch meist ein großer Irrtum!

"Motivierte Mitarbeiter sind das Wichtigste für den Erfolg eines Unternehmens!"

Das ist eine Binsenweisheit und man hört sie bei jeder Gelegenheit, zu der Unternehmer, Manager, Berater und andere Erfolgsverantwortliche zusammenkommen. Ziemlich undifferenziert, wie ich finde.