Humanagement Blog

Dr. Stefan Fourier in Ideen-Tipps-Trends

Anfang des Monats war ich als Mitglied der Delegation des neuen niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister in China. Die Reise war zwar noch für Christian Wulff geplant worden, aber bekanntlich laufen die Dinge ja manchmal anders als man denkt. Politikerwechsel kommen – aus den unterschiedlichsten Gründen – häufiger und manchmal eben auch überraschend vor und sind letztlich Ausdruck der hohen Dynamik unserer Zeit.

Wir alle spielen Rollen. Manche Rollen spielen wir gern, manche ungern. Die meisten Rollen jedoch übernehmen wir oder bekommen wir übertragen, ohne uns hinreichend über deren Inhalte, Merkmale und Funktionen klar zu sein. Der schwerwiegendste Irrtum, in dem wir uns befinden können, ist jedoch der zu glauben, dass wir die Anforderungen an die übernommenen Rollen selbst verändern könnten. Die Anforderungen an die Rolle „Kind“ werden von den Eltern und von der Gesellschaft geprägt. Wir selbst haben dabei kein Mitspracherecht. Häufig genug geraten wir in Schwierigkeiten, weil wir den Rollenanforderungen nicht genügen.

Aufgabe von Führung ist es, die Faktoren zur Wirkung zu bringen, die letztlich den Erfolg eines Unternehmens gewährleisten. Es gibt viele Erfolgsfaktoren, die für die Entwicklung und das Bestehen eines Unternehmens entscheidend sind.

Dr. Stefan Fourier in Ideen-Tipps-Trends

Im letzten Infobrief habe ich zwei Projekttypen unterschieden. Optimierungsprojekte, für die überwiegend Sachkompetenz benötigt wird und auch ausreicht, und Erneuerungsprojekte, die zusätzlich ein besonderes Maß an Systemkompetenz erfordern. Beide Projekttypen ordnen wir dem Consulting-Bereich zu, in dessen Mittelpunkt immer die Ausarbeitung konkreter Lösungen für bestehende Probleme und deren Umsetzung stehen muss, ansonsten nützt es niemandem. „Gutes Consulting setzt um!“ ist die imperative Forderung, der Humanagement bei seinen Kundenprojekten nachkommt.

Dr. Stefan Fourier in Ideen-Tipps-Trends

Jedes Unternehmen arbeitet ständig an seinen Businessprozessen. Unter dem Veränderungsdruck der Globalisierung werden überall größere Anstrengungen dafür unternommen. Schaut man sich das Spektrum der damit beschäftigten Projekte an, so reicht es von der Optimierung vorhandener Businessprozesse bis zur Schaffung neuer.

Mit den Unterschieden dieser beiden Projekttypen, den Optimierungsprojekten einerseits und den Erneuerungsprojekten andererseits, habe ich mich in den zurückliegenden Jahren immer wieder beschäftigt. Bei der Erarbeitung meines neuen Buchs (Jenseits des schnellen Gewinns, Orell Füssli September 2010) bin ich wieder auf diese Problematik gestoßen und möchte meine Überlegungen hier kurz wiedergeben.

"Lerne ein Leben lang!" lautet die Devise.. Nur qualifizierte und stetig lernende Mitarbeiter erbringen herausragende Leistungen. Aber: Klassische Trainings und Seminare bedeuten im Normalfall, dass die Mitarbeiter für mehrere Tage gebunden sind. Zeit, die gerade in operativen Bereichen meist nicht zur Verfügung steht.
Wir haben deshalb nach Wegen gesucht, wie den Mitarbeitern kurz, knapp und wirksam die notwendige Fach- und Methodenkompetenz vermittelt werden kann. Das Ergebnis ist das Konzept der 30-MinutenTrainings.
Das folgende Anwendungsbeispiel zeigt die Entwicklung und praktische Umsetzung der 30-Minuten-Trainings in einem Produktionsstandort für pharmazeutische Produkte.

Kommunikation bestimmt den größten Teil unseres Lebens. Sowohl in unserer Freizeit als auch in unserem Leben gelingt es uns nicht, nicht zu kommunizieren.

Kommunikation wird zu Recht als Schlüsselkompetenz für erfolgreiches Verhalten in sozialen Systemen bezeichnet. Diese können ohne Kommunikation überhaupt nicht existieren. In irgendeiner Form müssen Individuen und die verschiedenen Gruppen und Funktionen miteinander Informationen austauschen. Eine erfolgreiche Kommunikation führt zu persönlichem Erfolg, beeinflusst Gruppen und Personen und die Motivation der Mitarbeiter. Auch Konfliktlösung ist nur mit einer erfolgreichen Kommunikation möglich. Außerdem können über die Kommunikation Prozesse produktiv verbessert werden.

Wirkung in Kommunikation beruht auf Wahrnehmung. Was ich nicht wahrnehme, wird bei mir keine Reaktionen auslösen. Grundlage für Wahrnehmung sind unsere Sinne. Unser dominierender Sinn ist das Sehen. Demzufolge verwundert es nicht, dass alles Optische die größte und auch die erste Wirkung im Kommunikationsprozess erzielt. Der Satz „Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance“ entspricht den beobachtbaren Tatsachen. Wichtig ist die Körpersprache, nämlich Haltung, Mimik, Gestik, Gang, Motorik und Outfit. Genauso wirkungsvoll sind jedoch Umgangsformen sowie sichtbare Qualität, Ordnung und Sauberkeit der Umgebung.

Wie kann man Konflikte lösen? Wie kann man Konfliktparteien wieder aufeinander zu bewegen? Das sind die Kernfragen, die alle an Konfliktmanagement Interessierten bewegen. Wir werden diese Fragestellungen erweitern: Wie kann man Konflikte so steuern, dass sie nützlich für die Entwicklung der Beteiligten, des Teams und des Unternehmens sind?

Die Arbeit in Teams ist zunehmend zu einer entscheidenden Arbeitsform geworden, um die vielfältigen Anforderungen in unserer komplex gewordenen Arbeitswelt zu bewältigen. Für Führungskräfte lautet die Frage: „Wie kann ich mit meinem Team optimale Leistungen erbringen?“

Innovationen entscheiden den Wettbewerb. Das ist eine Binsenweisheit, die den Nagel auf den Kopf trifft. Das gleiche kann man natürlich auch von den Kosten sagen. Oder von der Lieferzuverlässigkeit, von der Qualität und vom Service. Aber bereits ein kurzer Blick auf die Situation in den globalen Märkten macht deutlich, dass Kosten, Qualität und Service kaum noch Unterscheidungspotenzial besitzen. Wer dort nicht mitkommt, hat sowieso schon verloren, ist in den letzten Jahren vom Markt verschwunden oder kämpft ums Überleben. Alle heute noch ernst zu nehmenden Marktteilnehmer weisen in diesen Kategorien kaum noch Unterschiede auf. Sie alle sind bei Qualität, Kosten und Service so gut, wie es nun mal erforderlich ist. Das gilt für die Automobilhersteller genauso wie für die Pharmaindustrie.

Meine Mitarbeiter und ich wurden einmal von einem hessischen Pharmaunternehmen um Unterstützung gebeten, weil es dort Qualitätsprobleme gab. Das Topmanagement hatte den Eindruck, dass sich die einzelnen Mitarbeiter einfach nicht genug für das Thema Qualität interessierten. Zwar erfüllten die Mitarbeiter alle einschlägigen Normen und lieferten tadellose Dokumentationen zu den Produktionsabläufen, aber es schien ihnen dennoch an echtem Qualitätsbewusstsein zu fehlen. Hier schlummerten einige Potenziale, denn Prozesssicherheit und Prozessqualität sind schließlich unmittelbar kostenwirksam. Wer gleich beim ersten Mal die richtige Wirkstoffmischung trifft, vermeidet Materialverlust und spart Nacharbeiten.

Dr. Stefan Fourier in Ideen-Tipps-Trends

Die gängige Vorstellung von Industrialisierung ist an das sogenannte Sektorenmodell von Jean Fourastié geknüpft. Im primären Sektor dominieren Landwirtschaft und Rohstoffgewinnung, im sekundären die Produktion von Gütern (Industrie), im tertiären die Dienstleistungen, im quartären dann die Freizeitwirtschaft und im quintären die Abfallwirtschaft. Es gibt aber noch eine andere Sicht, in deren Mittelpunkt das wertschöpfende Merkmal der Industrieproduktion steht, nämlich die Standardisierung und Automatisierung von Prozessen zum Zwecke der Effizienzerhöhung. Darunter fällt alles, was wir mit Begriffen wie Rationalisierung, Arbeitsteilung, Wachstum, Globalisierung, Hierarchie, Kapitalkonzentration und so weiter verbinden. Industrialisierung ist nach dieser Betrachtung eine besondere Art und Weise, Prozesse der Wertschöpfung durchzuführen.

Ein ziemliches Reizthema. Politiker profilieren sich damit. Die Medien heizen es immer wieder an. Sogar die Gesetzeshüter werden damit betraut. Was ist die beste Lösung? Was ist angemessen? Was findet gesellschaftlichen Konsens?

Um Kosten zu senken müssen Prozesse effizienter werden. Dazu wird seit Jahren analysiert und rationalisiert. Aus den Produktionsprozessen kann zwar immer noch etwas herausgepresst werden. Aber das ist nicht genug - es muss mehr eingespart werden.
Die größten Prozess-Reserven liegen außerhalb der Produktion, in Verwaltung, Marketing, Forschung und Entwicklung. Dort wird sich zukünftig der Effizienzwettbewerb entscheiden. Aber an diese enormen Reserven kommt man nicht so leicht heran! Die Lösung kann nur in intelligent und wirkungsvoll gestalteten Meta-Prozessen liegen.

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